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DIY: Visitenkarten selber machen. 6 Tipps für (Selber-)Macher

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Ich war im ersten Semester meines Architekturstudiums als ich zum Salone Satellite der Mailänder Möbelmesse eingeladen wurde. Im Nachwuchsdesignerbereich der Möbelmesse sollte ich meine eigenen Möbel- und Leuchtenentwürfe präsentieren. Mein Messeauftritt musste also gut geplant sein. Die Visitenkarte zählte dabei zur wichtigsten Kleinigkeit. Und zum ersten Mal musste ich mir überlegen, wie ich mich auf ein paar cm² Papier am besten verkaufe und darstelle.
Seit vielen Jahren nun schon entwerfe und produziere ich meine Visitenkarten selbst.
Klar, mittlerweile bekommt man Visitenkarten über das Internet in bester Qualität und zu günstigen Preisen hinterhergeworfen. Aber das DIY hat auch Vorteile: ich habe alles unter Kontrolle, spare Geld, und kann jederzeit etwas an meinem Corporate Design ändern. Natürlich kostet es Zeit, aber es macht Spaß und man ist dann noch einen Ticken stolzer. Meine Karten jedenfalls sorgen bei einem neuen Kontakt immer für Gesprächsstoff.
Vor einiger Zeit hat sich mein Nachname geändert. Es mussten also neue Karten her, die in diesem Zuge ein Makeover verpasst bekommen haben.
Bis vor Kurzem waren meine Visitenkarten noch beidseitig bedruckt und zum Aufklappen.

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Die Klappe habe ich mit einem Stück Tape geschlossen. Für diese Karten waren sehr viele Arbeitsschritte nötig: Beidseitiges Bedrucken, schneiden, die Falz mit dem Skalpell schneiden, Karten knicken und das Tape aufkleben.
Die Karten kamen immer sehr gut an. Verteilte ich mehrere Visitenkarten, wurde sogar wegen persönlicher Farbvorlieben untereinander getauscht.
Auf den Außenseiten sind Logo und Kontaktdaten zu sehen. Im Inneren der Karte kann sich mein potentieller Kunde notieren und ankreuzen, für was er mich beauftragen kann. Gleichzeitig sieht er die Bandbreite meiner Leistungen.

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Mit meinem neuen Nachnamen sollte sich das Design der Visitenkarten ändern.
Ich wünschte mir mehr Schlichtheit, weniger Aufwand aber genauso einen positiven Überraschungseffekt beim Kunden wie bisher. Außerdem sollte sich die Vielfältigkeit meiner Arbeit in den Karten widerspiegeln.
Mein 300g schweres Visitenkartenpapier hatte ich noch in Großmengen, also war es ausgeschlossen, das nicht auch für meine neuen Karten zu nutzen. Aber dicker sollten sie werden. Nicht mehr zum Klappen und mit weniger Text.

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Ich war schon immer ein Materialfreak und muss alles anfassen. Mit den Jahren haben sich viele interessante Pappen, Papiere, Stoffe und andere Materialien angesammelt. Auch, weil ich für das Modellbauen während meines Studiums die unterschiedlichsten Materialien brauchte.
Ein wahres Schlaraffenland ist für mich Modulor. Unter dem Motto „material total“ gibt es neben dem Onlineshop auch einen Laden in Berlin. Der tonnenschwere, meterdicker gedruckte Katalog war damals meine Bibel. Das Druckwerk gibt es leider nicht mehr, dafür kannst Du Dir mit der Musterkiste einen tollen Überblickt über das Sortiment verschaffen.
Für meine neuen Visitenkarten experimentierte ich mit einigen dieser Produkte und klebte sie auf mein einseitig bedrucktes übliches Visitenkartenpapier. Dafür eignet sich Sprühkleber oder normaler Vielzweckkleber in flüssiger Form. Mit ausreichend Gewichten beschwert und genug Trocknungszeit verbinden sich die beiden Materialien optimal miteinander. Somit schneidet das Rollmesser der Schneidemaschine problemlos durch die Materialkombination.

Jetzt sind meine Visitenkarten doppelt so dick wie bisher, liegen gut in der Hand und machen ordentlich was her. Und wenn ich dem Kunden bei der Übergabe sage, dass jede Karte von mir höchstpersönlich von Hand gemacht wurde und es viele unterschiedliche Rückseiten gibt, sorgt das immer für ein „WOW“.

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Wenn auch Du Deine Visitenkarten selber machen möchtest, kann ich Dir folgende Tipps geben:

1. Der Inhalt: Lege zuerst die Inhalte fest, die auf Deiner Visitenkarte Platz finden sollen. Die Fülle an Informationen sollte nicht zu groß. Oft ist weniger mehr. Logo, Firmenname, Name, Tätigkeit, Internetadresse und Kontaktdaten sind sicherlich ausreichend. Überlege Dir genau, welche Kontaktdaten die sinnvollsten sind und welche Du preisgeben möchtest. Hast Du vorwiegend private Kunden, solltest Du vielleicht nicht so leichtsinnig Deine private Handynummer auf die Visitenkarten drucken. Es sei denn, Du möchtest nach Feierabend und an Wochenenden immer verfügbar sein.

2. Das Format: Die klassische Visitenkarte ist in Deutschland ca. 84 x 55 mm groß. So passt sie in jede Geldbörse, Visitenkartenkartei oder Visitenkartenhalter. Natürlich kannst Du auch von diesem Format abweichen und sie rund, quadratisch, schmaler oder mit ausgefallenen Rändern gestalten.

3. Das Material: Wenn Du Deine Karten ganz unkompliziert selbst mit einem geeigneten Drucker bedrucken möchtest, ist Papier sicher die beste Wahl. Es gibt günstige Drucker, die auch 300g schweres Papier schaffen. Achte also auf die technischen Angaben des Druckers und des Papiers und informiere Dich über die Druckergebnisse. Alle großen Papierhersteller verschicken auch einzelne DIN A4 Muster oder gegen einen geringen Betrag tolle Musterbücher.
Aber vielleicht passen Holzfurniere, Kork, Blech, Kunststoff oder Trockenfleisch (ja sogar das geht) besser zu Dir und Deinem Business? Je nach Material bist Du in der Bedruckbarkeit eingeschränkt oder hast vielleicht ganz neue Möglichkeiten. Lass Dir einen Stempel mit Logo und Kontaktdaten machen und stemple Deine Karten selbst oder nimm Nadel und Faden zur Hand. Vielleicht tut es auch ein Graviergerät oder Lötkolben? Lass Deiner Kreativität freien Lauf!

4. Das Layout: Die Lesbarkeit ist das A und O. Die Schrift und die Zeilenabstände sollten nicht zu klein und die Schriftfarbe nicht zu hell sein. Lass auf der Karte auch etwas Platz für Notizen.

5. Das richtige Werkzeug: Neben dem Drucker können auch andere Geräte hilfreich bei den DIY Visitenkarten sein. Eine Rollen-Schneidemaschine leistet mir schon seit einem Jahrzehnt gute Dienst und erleichtert den Prozess ungemein.

6. Die Meinung anderer: Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Mache deswegen ein paar Probedrucke auf unterschiedlichen Papieren, Formaten und Layouts, die Dir gefallen. Gib die Karten Familie, Freunden und Bekannten zur Beurteilung. Welche Karten fassen sich gut an, passen in die Geldbörse oder können auch ältere Leute gut lesen? Du bekommst sicher Input, an den Du selbst noch nicht gedacht hast.

Du möchtest wissen, welche Materialien ich verwendet habe?
Die Rückseiten meiner aktuellen Visitenkarten passen wunderbar zu meinen vielfältigen Aufträgen und Entwürfen: der schwarze Lederfaserstoff ist handfest und rustikal, die zitronengelbe Pappe fröhlich und das goldene Papier von Gmund wirkt edel und glamourös.
Das hochweiße Papier aus der Bee! Kollektion verwende ich sowieso schon wegen der tollen Haptik seit Jahren für meine Geschäftsausstattung und bildet nun die Vorderseite meiner neuen Visitenkarten. Mal schauen, was ich als nächstes damit kombiniere. Vielleicht Velourpapier, Holzstrukturkarton, Papier mit Leinenprägung, Samt oder…

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2 Comments leave one →
  1. ich liebe alles, was mit Dekorieren, selber bauen, recycling und upcycling zu tun. Ich bin Umwelt-Aktivistin und will, wenn es sich machen läßt, Schiffscontainer zu Wohnraum umbauen lassen. Zwar wollen mir derzeit alle einreden, dass es wegen der Flüchtlingskrise derzeit keine Container mehr gibt, aber das glaube ich erst, wenn ich mich mal auf die Suche mache…..und nichts finde.

    Gefällt mir gut, Deine Seite und Dein Stil

    • Ich Designer permalink*

      Hallo Elisabeth,
      klingt total spannend! Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei Deinem Vorhaben!.
      Und es freut mich sehr, dass Dir meine Ideen gefallen.
      Liebe Grüße
      Kristina

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